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Ich möchte Sie heute einmal nach Ihrem Lieblingsessen fragen. Was essen Sie am liebsten? Sind es die Klöße, die grünen, oder sind es eher Teigwaren? Mögen Sie den Geschmack des Wildes, oder darf es auch mal eine Suppe sein? Sind Sie beim Essen wählerisch, oder vertragen Sie fast alles? Nun könnten wir den ganzen Tag über das Essen reden, könnten Rezepte austauschen, fachsimpeln… Darum soll es aber heute nicht gehen. Mir geht es darum, dass man die besten Zutaten kaufen kann – das kann man jetzt wirklich –, dass man die Garzeiten auf das Zehntel einhalten kann … und dass alles trotzdem nicht schmeckt, wenn nicht genug Gewürz dran ist. Wie sehnsüchtig sucht man in mancher Gaststätte nach dem Salzstreuer, wenn das Maß des Kochs nicht dem eigenen Maß entsprach. Ohne Gewürz ist alles fad. Da helfen die besten Zutaten nicht. Dem Motto des diesjährigen Kirchentages „…lebendig und kräftig und schärfer" (Hebräer 4,12) liegt vermutlich genau diese Erfahrung zugrunde. Es gibt nichts Langweiligeres als fade Positionen. Mit festen Positionen, da kann man sich auseinandersetzen, da kann man streiten, aber mit faden Überzeugungen, da lockt man keinen Hund hinter dem Ofen hervor. Aus diesem Grund versammeln sich in diesem Jahr Christinnen und Christen aus Deutschland und der ganzen Welt vom 6.–10. Juni in Köln. In mehr als 3000 Veranstaltungen wollen die Veranstalter Impulse setzen, damit unsere Evangelische Kirche wieder stärkere Konturen bekommt, damit sie deutlicher erkennbar wird. Viele Tausend Menschen werden sich auf den Weg machen, um in Köln dabei zu sein. Sicher wird es im Vorfeld auch manche Diskussion geben, ob die Suppe nicht trotzdem zu lasch oder zu scharf ist. Das ist auch normal, denn das Empfinden für Schärfe, das ist eben individuell verschieden. Damit unser Glaube nicht als zu lasch oder zu scharf empfunden wird, muss er echt sein. Und das bleibt bei allen Veranstaltungen der Wunsch der Veranstalter: dass dieser Kirchentag hilft, dass unser Glaube als echt empfunden wird. Dazu gehört, dass wir davon reden, was uns bewegt. Vor uns liegen die schönen Monate des Sommers. Zeiten, in denen die Seele ausspannen kann, Zeiten, in denen die Sonne unser Gemüt ergreift, Zeiten, in denen intensiv Kraft getankt wird. Vielleicht ist es ein guter Auftakt, wenn in diesem Jahr unser Kraftreservoir eindeutig, lebendig, kräftig und schärfer gesucht, gefunden und benannt wird. In dieser Hinsicht ist wohl auch der Monatsspruch für den Juli zu verstehen. Christus spricht: Lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. Ich wünsche Ihnen gesegnete Sommermonate. Ihr Pfarrer Warnat
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