Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.
Geschrieben von Pfarrer Dr. Carsten Rentzing   
Montag, 31 Mai 2010

Liebe Gemeinde,

jetzt,  wo  es  darum  geht,  diese  Zeilen zum  Abschied  zu  verfassen,  kommt  mir ein Wort in den Sinn, das mir meine Großmutter  vor  vielen  Jahren  anvertraute.  Es war  ihr  Konfirmationsspruch,  an  den  sie sich gut erinnern konnte. Da heißt es mit einem Wort des Apostels Paulus:
Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. (Römer 12,12)
Wenn  ich auf die beinahe elf Jahre blicke,  die  ich  mit  meiner  Familie  in  Annaberg-Buchholz verbracht habe, dann standen  die  hoffnungsvollen  Augenblicke  im Vordergrund. Drei unserer vier Kinder haben  hier  das  Licht  der Welt  erblickt.  Meine Frau und ich durften erleben, dass der
Gemeindeteil, für den wir zuständig zeichneten,  wuchs.  Es  war  uns  so  vergönnt  zu erkennen, dass auch in der heutigen Zeit noch Gemeindewachstum möglich   ist.
Eine  hoffnungsvollere  Erkenntnis  gibt  es für Pfarrer nicht.
Seid fröhlich in Hoffnung!
Natürlich gab es auch Stunden der  Trübsal.  Wir  haben  das  nie  an  die  große  Glocke gehängt, sondern versucht, es geduldig zu tragen. Die junge Gemeinde sollte in ruhigem Fahrwasser  fahren und  ihre Kräfte nicht an den falschen Punkten verschleißen.  Manche  Geduldsprobe  war da nötig. Am Ende aber hat sich das aus unserer Sicht als Weg des Segens erwiesen.
Seid geduldig in Trübsal!
Hoffnung und Trübsal, Fröhlichkeit und Geduld: All das war zusammengebunden im beharrlichen Gebet. Wir haben gebetet um  Kraft  zum  Dienst,  wir haben gebetet für Kranke und für jegliche seelsorgerliche Not. Wir haben gebetet für den Aufbau der Gemeinde. Und wir haben manches Mal erlebt, dass unsere Gebete erhört wurden.
Ein Tag ohne Gebet wäre uns wie ein verlorener Tag vorgekommen. Seid beharrlich im Gebet!
Eine wichtige Phase unseres Lebens geht nun zu Ende. Aber es bleibt die Lehre und die daraus gewonnene Erfahrung, die uns lebenslang mit Annaberg-Buchholz und dem Haus der Hoffnung verbinden wird.
Wir sind dankbar für alles Erlebte und unsere Gebete richten sich darauf, dass das Werk, das wir begonnen haben, nun auch fortgesetzt wird. Mögen wir alle noch viele fröhliche und hoffnungsvolle Momente in unserem Leben vor uns haben. Mögen die Stunden der Trübsal gering bleiben.
Mögen wir verbunden bleiben im beharrlichen Gebet.
Das wünschen  
Carsten und Maria Rentzing

Letzte Aktualisierung ( Montag, 31 Mai 2010 )